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Cover Gemeindebrief 2017-01

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Was bedeutet mir das Kreuz?

Gemeindebrief-Ausgabe 1/2017 (März - Mai 2017)

Kreuzweg

Liebe Gemeinde,

ich schreibe diese Zeilen kurz nach Weihnachten. Der Trubel der Adventszeit hat sich gelegt, und das neue Jahr steht schon in den Startlöchern. Das Kirchenjahr hat ja schon im Advent begonnen und folgt seit Jahrhunderten dem gleichen Rhythmus. Ein Rhythmus, der uns jedes Mal das Leben und Sterben von Jesus vor Augen führt und uns wichtige Stationen unseres gemeinsamen Glaubens und des Christentums aufzeigt. Und wie jedes Kalenderjahr für uns persönlich fröhliche und traurige Momente gleichermaßen beinhaltet. So erleben wir auch das Kirchenjahr. Die Freude über die Geburt des Menschen, der unser aller Retter sein wird. Das Leid, das Jesus deshalb am Kreuz dafür erleiden musste. Im Kirchenjahr ist es nicht nur chronologisch aneinandergereiht, sondern es wird uns auch Zeit geschenkt, uns darauf einzustellen. In der Adventszeit fällt es mir manchmal schwer, mich zu besinnen, zur Ruhe zu kommen. Da helfen mir dann die traditionellen weihnachtlichen Bräuche, in die richtige Stimmung zu kommen, mich einzustimmen auf die Geburt Jesu.

Aber wie ist es denn mit Ostern? Wie bereiten wir uns innerhalb der Passionszeit auf Ostern vor? Den Aschermittwoch nehmen viele Menschen nicht nur als Ende der Faschingszeit wahr, es beginnt eine Zeit des Fastens, des Verzichts. Eine Zeit, die uns auf ein Fest hinführt, das eine leidvolle Vorgeschichte hat. Verrat, Leid, Folter, Sterben, Tod. Düster und unheimlich. Eine Zeit, die uns zur Besinnung rufen will, zum Nachdenken über das eigene Leben, die einlädt zum Verzicht, "7 Wochen Ohne", zur Konzentration aufs Wesentliche. 

Mir persönlich hilft es zur Vorbereitung den Kreuzweg Jesu nachzugehen. Er muss keine zwölf Stationen beinhalten wie auf der Via Dolorosa in Jerusalem, was in der Tat sehr bewegend und eindringlich ist. Mit den Jugendlichen begehe ich jedes Jahr diesen Kreuzweg in einer Jurte am Lagerfeuer. Wir reden und sinnieren über die Stationen, die auf dem Weg Richtung Ostern liegen, und vor allem darüber, was das alles mit unserem Leben im Hier und Jetzt zu tun hat. Über die eigenen Ängste und Befürchtungen in unserer schnelllebigen Welt, über Terror und Vertreibung. Aber auch über Hoffnung und über das ewige Leben. Am Ende der Osternacht wird die Kerze der Hoffnung entzündet. Sie will ein Lichtblick sein und uns erinnern, dass Jesus den Weg zum Kreuz für uns gegangen ist. Und noch viel mehr. Er hat den Tod überwunden und ist den Weg zurück ins Leben gegangen. Er will uns begleiten in allen Zeiten unseres Lebens, den schweren und den glücklichen.

Ihr Diakon Johannes Beck