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Titelthema: Glauben gestalten

Gemeindebrief-Ausgabe 2/2019
(Juni – September 2019)

Liebe Gemeinde,

es gibt viele Gründe, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die einen wollen ihre Begabungen einbringen, die anderen suchen eine Gemeinschaft, wieder andere freuen sich an der Wertschätzung für ihr unentgeltliches Engagement. Es gibt auch viele Orte, an denen Ehrenamtliche gesucht werden oder schon tätig sind. Ob in den Wohltätigkeits- und Sportvereinen, in Parteien, beim Stadtjugendring, im Hospiz, in der Flüchtlingsarbeit oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Sie alle gestalten auf unterschiedliche Weise die Welt. Sie handeln aus Nächstenliebe oder aus anderen ethischen Gründen. 

Was wäre unsere Gesellschaft ohne das große Engagement dieser Menschen! Seit beinahe 15 Jahren erlebe ich in unserer Gemeinde viele Ehrenamtliche, die aus einer christlichen Motivation heraus, ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und nicht zuletzt auch ihr Geld dafür investieren, Immanuel-Nazareth zu gestalten. Sie sind da, wenn sie gebraucht werden, schmieden Pläne und übernehmen Verantwortung. Immer wieder frage ich mich, warum sich diese Menschen, ob jung oder (mittel-)alt, ausgerechnet in unserer Gemeinde so sehr engagieren und eben nicht (nur) in einem Verein oder im „weltlichen Bereich“. 

Was ist das Besondere bei uns, das andere nicht haben? Der Apostel Paulus schreibt im 1. Brief an die Korinther: 

„Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen.“ (1. Kor. 12, 4ff)

Es mag Gottes Geist sein, der den Unterschied ausmacht. Er weht zwar, wo er will. Aber er wird spürbar in dem fürsorglichen Miteinander der Ehrenamtlichen. Wenn die Hauskreise für ihre Gemeinde beten. Er wird spürbar in der Botschaft, die wir verkünden. Wenn die Kinder beim Kindermusical singen: „Auch wenn noch Fragen bleiben, auch wenn wir Vieles nicht versteh’ n: Wir wollen Gott vertrauen, wir wollen immer mit ihm geh’ n.“ Er wird erfahrbar in der guten Gemeinschaft. Wenn Jugendliche bei uns einen Ort finden, an dem sie willkommen sind. Oder Pflegebedürftigen trotz Zeitdruck ein offenes Ohr von den Pflegekräften des Diakonievereins geschenkt wird. Gottes Geist berührt mich auch immer wieder durch die wundervolle Musik in unseren Kirchen. Als Kinder Gottes haben wir verschiedene Gaben geschenkt bekommen, die wir in Gesellschaft, Politik und Kirche einbringen sollen, um die Welt zu gestalten. Wir können es in dem Bewusstsein tun, dass da „ein Gott ist, der da wirkt, alles in allen.“ Sein Geist gibt uns Kraft, seine Liebe verbindet uns und sein Segen begleitet uns, wo auch immer wir engagiert sind.

Pfarrerin Christine Untch